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Projekte am Gymherm

   
 


 

 
 

PROPP

 

 
 

Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das Programm zur Primär – Prävention von Drogen und Gewalt, ein Lernzirkel, der auf eine Stärkung des Selbstbewusstseins von Kindern und Jugendlichen und die Entwicklung von sozialer und kommunikativer Kompetenz zielt.
Primärprävention in der Schule ist immer im Kontext zu sehen mit juristischen, polizeilichen, soziokulturellen, gesellschaftspolitischen, medizinisch-therapeutischen und vor allem familiären Vorbeugungs-strategien. Ziel ist sowohl die individuelle Person des Schülers bzw. Lehrers als auch die Umwelt, der Klassen – und Schulgemeinschaft als weiterer Kontext.
Dabei trifft das Programm auf komplexe Rahmenbedingungen zu Beginn der Orientierungsstufe, da die Kinder mit sehr heterogenen Voraussetzungen aus Elternhaus und Grundschule kommen, vor allem in Bezug auf:

  1. Erziehungsstile (von restriktiv bis permissiv)
  2. Wertvorstellungen
  3. Klassengrößen u.- zusammensetzungen
  4. Lehrerverhalten
  5. Sozialformen im Unterricht
  6. regionale Herkunft
  7. ethnische und religiöse Aspekte
  8. Wissens- und Leistungsstandards
  9. intellektuellen und physischen Reifegrad der SchülerInnen

Ein durch spielerische Aufgaben angeregtes  Nachdenken über die eigene Empfindungswelt ermöglicht  den Teilnehmern den Schritt von der  Selbstwahrnehmung, über die Selbstbewertung (Ich zwischen Idealselbst und Realselbst) zur Selbstwertschätzung und schließlich zur Selbstverant-wortung in der Gemeinschaft .
Die Kinder und Jugendlichen werden so zunehmend befähigt, die gleiche aufmerksame Wahrnehmung von sich auf andere zu richten, was sie sozial kompetent macht.
Ein gestärktes Selbstbewusstsein und eine emotionale Sicherheit im Umgang mit sich und anderen  hat jedoch nicht nur positive Auswirkungen auf das schulische Lern- und Leistungsvermögen des Einzelnen sondern  auch auf das Klassenklima.
Somit verfolgt das Programm eine Reihe von Feinzielen, die alle zur Entstehung eines gut funktionierenden sozialen Netzwerks innerhalb und außerhalb der Schulgemeinschaft beitragen:

  1. angemessene Integration aller SchülerInnen in ihre Klassengemeinschaft, ohne die individuellen Züge der einzelnen Kinder zu unterdrücken
  2. Schaffung eines konstruktiven Klassen- und Arbeitsklimas
  3. Eingliederung von Außenseitern
  4. Bewusstmachung und Akzeptanz von individuellen Stärken und Schwächen (Selbsteinschätzung)
  5. Bewusste Wahrnehmung von Kommunikationselementen und -zusammenhängen (Körpersprache: Körperhaltung, Gestik und Mimik; verbale Sprache: Bedeutung von Intonation, Wahl lexikalischer Elemente, Syntax, Lautstärke,  Sprechanlässe,...)
  6. Konfliktwahrnehmung
  7. angemessene Diskussions- und Streitkultur
  8. Erfahrung  der Wichtigkeit des Einzelnen  für die Gemeinschaft
  9. Umgang mit Frustrationen und Einüben von Methoden zum konstruktiven Umgang mit Schwierigkeiten
  10. Einsicht in die Notwendigkeit verantwortungsvollen und selbstverantwortlichen Handelns ( z.B. im Umgang mit Kompensationsmitteln wie Zigaretten, Alkohol und illegalen Drogen)

Alters- und reifegradadäquat werden diese Aspekte in den Jahrgängen 5 und 6 grundgelegt und insbesondere in der Pubertätsphase in den Klassen 7 und 8 vertieft.

 

Erweitert wird dieser Ansatz durch den Arbeitskreis ‚Mediation’ , der auf freiwilliger Basis allen SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 offen steht. In kleinen Gruppen werden  den SchülerInnen hier die Säulen einer gelungenen  Persönlichkeitsentwicklung, das  Selbstkonzept, die Sozialkompetenz und die daraus resultierende Fähigkeit zur angemessenen Konfliktbewältigung,  erfahrbar gemacht.
Gezielt werden hier kommunikative Kompetenzen im Umgang mit eigenen Konflikten als auch die Fähigkeit zur Führung eines Streitschlichtungsgesprächs erworben.
Am Ende eines 15 Doppelstunden umfassenden Kurses erhalten die TeilnehmerInnen ein Zertifikat, das, zusammen mit den damit erworbenen kommunikativen Fähigkeiten, auch außerhalb der Schulgemeinschaft hohe Wertschätzung genießt. Innerhalb der Schulgemeinschaft bietet sich ihnen die Möglichkeit, die erworbenen Kompetenzen als KlassenpatInnen paarweise bei der Integration der Schulanfänger und zur Vermittlung bei kleineren klasseninternen Konflikten anzuwenden und so der Schulgemeinschaft zugute kommen zu lassen.
Auf diese Weise entsteht ein geschlossenes und vernetztes System von Maßnahmen zum sozialen Lernen und zur Konflikt- und Gewaltvorbeugung, das sowohl klassensynchron (z.B. bei der Zusammenlegung von Klassen zum Schuljahresbeginn) als auch

–diachron (Verantwortung älterer und erfahrener SchülerInnen für jüngere MitschülerInnen, Beiträge zu einem insgesamt positiven Schulklima) Vorteile aufzuweisen hat.

 
       
Impressum | Kontakt Letzte Aktualisierung: Dienstag, 1 Dezember, 2015 18:14