Bereit für den Auftritt mit den Profis vom Radio

0
In einem Konzert mit der Big Band des Südwestrundfunks will die Big Band des Gymnasiums Hermeskeil ihr Können beweisen. Ursula Schmieder

(Hermeskeil.) Und noch einmal die gleichen Takte. Und noch einmal. „Lasst uns noch ein bisschen probieren“, ermutigt Dozent Pierre Paquette die jungen Leute zu einer kleinen „Jam-Session in Blues-G“. Das sei ja wie Sprechen, Kommunikation, die sich zur Party steigere. So holt er die Solisten „leise und cool“ ab für eine sich steigernde improvisierte „Unterhaltung“. Als das auf Anhieb gelingt, ist das Eis endgültig gebrochen. Schließlich verbindet die Schüler der Big Band Laid Back des Gymnasiums Hermeskeil und ihren Dozenten Pierre Paquette, Saxofonist und Klarinettist der SWR Big Band, die gleiche Wellenlänge.
„Ich liebe Musik“, begründet Paquette sein Engagement für das Projekt live@school (siehe Info). Ein Satz, den die zwei Dutzend im Schnitt 15-jährigen Jugendlichen unterschreiben würden. Die „Tuttiprobe“ des Profis mit allen Big-Band-Schülern krönte die Vorbereitungen für ein gemeinsames Konzert beider Bands am Samstag, 25. November, in der Hochwaldhalle.
Die Schüler werden mit mehreren Stücken auf das Gastspiel der Profis einstimmen. Geprobt dafür haben sie mit ihrem Lehrer Stefan Butterbach und seit Mitte Oktober in Workshops mit SWR-Musikern: Trompeter Karl Farrent, Saxofonist Andi Maile und Paquette.
Er spielt das Instrument seit seinem 13. Lebensjahr, seit 1999 in der SWR Big Band, und ist mit dem Ergebnis zufrieden. Zu verdanken sei das auch der „vollen Besetzung“ der Big Band mit Blech- und Holzbläsern und eigener Rhythmusgruppe, erklärt er. Schülerensembles seien oft unterbesetzt, was „Artikulation und Dynamik“ beeinträchtige. Dennoch ist Paquette sichtlich beeindruckt vom Engagement der Hermeskeiler Schüler und deren „super Soli“.
Er bekomme Gänsehaut bei so einer wunderbaren Band, die „Musik vom Blatt ins Herz“, lobt er vor dem gesamten Ensemble. Sie alle seien fantastisch, so dass sie eigentlich auch gleich auf Tournee gehen könnten. Dazwischen verriet er den Schülern Tipps und Kniffe oder er spielte mal eben selbst ein paar Sätze vor, was bei seinen Schülern sehr gut ankam.
Musik mache einfach Spaß, kommentiert Felix (16). Lucas (15), wie er Trompeter, findet auch das Üben zu Hause belebend. Meistens schaffe er es aber nur etwa alle drei Tage für etwa eine Stunde. Mit mangelndem Ehrgeiz hat das aber nichts zu tun. Die meisten von ihnen spielten ja in verschiedenen Ensembles, darunter auch in der eigenen Schulband, erklärt Jil (17): „Deswegen bleibt zu Hause gar nicht so viel Zeit.“ Sie spielt Saxofon, ebenso wie Alex (18), dem es zumindest bisher gelingt, sich die Zeit dafür abzuknapsen. Er übe schon jeden Tag, wenn auch manchmal nur eine halbe Stunde.
Lehrer Stefan Butterbach freut sich, dass es mit seiner nach 2012 zweiten Kooperations-Anfrage geklappt hat. Das sei ja eine „einmalige Sache im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags“ des Südwestrundfunks. Und bei der mehrmals für den „Grammy“-Musikpreis nominierten Big Band, 2015 ausgezeichnet mit dem „German Jazz Award in Gold“, spielten schließlich „ganz herausragende Musiker, die zur internationalen Spitzenklasse“ zählten. Es sei schon ein Glück, solche Leute, die mit Gästen wie Jazztrompeter Quincy Jones gespielt haben, an der eigenen Schule zu haben.