Gut angelegte Rundfunk-Gebühren

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Hermeskeil. Die SWR-Big-Band spielt ein gemeinsames Konzert mit der Schüler-Big-Band Laid Back des Gymnasiums Hermeskeil. Ursula Schmieder

Hermeskeil. Wer Nachwuchsmusiker motivieren will, überlässt ihnen nicht nur den Part der Vorgruppe. Wer Seite an Seite mit einem Weltklasse-Ensemble auftritt, spielt nun mal in einer anderen Liga. Besucher des Konzertes der SWR-Big- Band und der Big Band Laid Back des Gymnasiums Hermeskeil konnten das erleben.
Im von Schülern bestrittenen ersten Konzert-Teil setzten namhafte Solisten der SWR-Big-Band Akzente, was dank junger Talente rollenvertauscht auch in Teil zwei funktionierte. Und zwar mit dem Stück „Frankie and Johnny“, bekannt durch die Count-Basie-Big- Band, das SWR-Musiker im zweiten Teil spielten – unterstützt von vier jungen Solisten: Posaunist Nici, Trompeter Felix sowie Alex, Tenorsaxofon, und Tobias, Baritonsaxofon.
Alex Kühn, Leiter und Musiker in der SWR Big Band, sparte nicht mit Lob. Es sei auch für sie immer toll zu sehen, wenn sich junge Musiker derart reinknieten. Die vom SWR über das Projekt live@schoolin (der TV berichtete) in die Nachwuchsförderung investierten Gebühren sieht er daher gut angelegt – und aus Musikersicht auch sinnvoller ausgegeben als für teure Fußball-Champions-League-Lizenzen. Die Freude, mit der die Big Band spielte, trieb auch das Publikum zu Höchstleistungen an. Nicht nur nach den Stücken mit einer Bandbreite von Standards, Hits, über ruhigen „Siesta“ – bis zu „Muscle-Jazz“, sondern auch mitten drin klatschten und jubelten Zuhörer drauf los. Die Band bedankte sich dafür mit einem Quarter-Master-Arrangement.
Für Anna Schuh, die als Laid-Back-Saxophonistin den Abend moderierte, machte das „tolle Publikum“ das Konzert erst komplett. Großer Dank gebühre aber in erster Linie der SWR-Big-Band: „Die Musiker sitzen nicht im Elfenbeinturm, sondern leisten großartige Basisarbeit“, sagte Anna. Sie dankte damit insbesondere den Dozenten, Trompeter Karl Farrent, Saxofonist Andi Maile und Pierre Paquette, Saxofonist und Klarinettist. Sie hatten die Schüler in Workshops vorbereitet. Die Voraussetzungen dafür schuf Musiklehrer Stefan Butterbach. „Sie geben uns nie auf und ermutigen uns“, dankte Schuh auch ihm. Butterbach selbst sorgte für eine entspannte familiäre Stimmung. Dem Publikum gratulierte er, mit dem Konzertbesuch die „richtige Entscheidung für eine gelungene Abendveranstaltung“ getroffen zu haben. Den Schülern werde dieser Abend auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Solist Felix fand es jedenfalls cool und interessant, „mit der kompletten Band zusammen“ spielen zu können. „Es hätte besser gar nicht laufen können“, steht für Alex fest.
Karl-Heinz Breidt, der Laid Back schon öfter spielen hörte, zeigte sich überrascht „wie gut die geworden sind: Das war Spitze“. Hoch anzurechnen ist nach Ansicht des Züschers aber auch das Engagement der SWR-Big-Band, die Schülern dieses gemeinsame Erlebnis ermöglicht hatte. „Dass die so etwas machen, ist ja nicht selbstverständlich – auch nicht für eine Band des Öffentlich-Rechtlichen“. „Absolute Weltklasse für 14 Euro“ – dank der Förderinitiative, stellte Joachim Butterbach fest. Der aus Züsch stammende Bruder des Gymnasiallehrers war für das Konzert extra vom Niederrhein angereist.