Ein KZ vor der Haustuer - ein Projekt ...

   1983 - 2003
 

KZ »SS-Sonderlager Hinzert«
(1939 - 1945)






P R O J E K T A R B E I T

am Gymnasium Hermeskeil



Material-Angebot
(.pdf-Dateien,
AcrobatReader® 5.x
erforderlich fuer Mac/WIN):





Downloads:
Lagerskizze:
SS-Lagerteil (ca. 22.000 qm, links), Haftlagerteil (ca. 29.000 qm, rechts)
Damalige (Graustufen) und heutige (Schraffur) Bauten
sowie Veraenderungen in den Katastereintragungen.
Legende zu Bauten und Infrastruktur vgl. Materialangebot (.pdf-Datei).


Wichtiger Hinweis fuer Besucher:
Das Gelaende des ehemaligen »Schutzhaftlagers«
(vgl. Skizze, rechts des Landwirtschaftsweges)
kann nicht betreten werden,
da sich die zwischen 1939 und 1945 nur gepachteten Parzellen
seit 1949/50 wieder in Privatbesitz befinden und landwirtschaftlich genutzt werden.
Sichtbare Markierungen zur Ausdehnung des Haftlagerkomplexes fehlen leider.
Das Gelaende der heutigen Gedenkstaette umfasst nur einen Teil des ehemaligen SS-Lagerteils.







US-Luftbild des Lagergelaendes,
26.07.45, bearbeitet mittels Falschfarbenverfahrens,
in der linken unteren Bildecke

SS-Lagerteil (oben) und Haftlagerteil (unten).
Vorlage/Quelle: LpB





Ziele:

 
Historisch-politische Bildungsarbeit an einem rheinland-pfaelzischen Gymnasium in Steinwurfweite von einem einstigen Konzentrationslager waehrend der NS-Zeit muss als Chance fuer nachhaltige Erinnerungskultur begriffen werden. Dazu existiert am Gymnasium Hermeskeil seit 1983 Projektarbeit. An ihr koennen unsere Schuelerinnen und Schueler in der Regel ab der Mittelstufe teilnehmen.

So ergibt sich die Moeglichkeit zu entdeckendem, praxisorientiertem Lernen sowie einer spezifischen Foerderung von Heranwachsenden nach Eignung und Neigung. Hand- und Kopfarbeit ergaenzen einander. Besondere Leistungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern an einem Projekt kann die Schule auf Zeugnissen vermerken.

Durch Teilnahme an einem Projekt erwachsen Kenntnisse und Wissen ueber die Wirkungen eines totalitaeren Systems, das politische, weltanschauliche und rassistische Intoleranz sowie Vernichtung angeblich Minderwertiger zur Maxime seines Selbstverstaendnisses gemacht hatte. Wer dies wirklich begreift, faellt auf extremistische Parolen nicht herein und kann ihnen argumentativ begegnen.

Voraussetzung ist neben engagiertem Eintreten fuer grundlegende Menschenrechte daher nuechterne, altersstufengemaesse Sachkenntnis. Da sich Schuelerpopulationen und Forschungsstand veraendern, werden entsprechende Lerninhalte, Arbeitsformen und Ergebnisse staendig angepasst.

Der lehrplangemaesse Unterricht zum NS-System allein vermag das im Schulalltag selten zu leisten, was als eine Art Generationenvertrag zu verstehen ist. Zudem erwaechst aus dem zunehmenden Abstand zur NS-Zeit moeglicher Weise die Gefahr einer Historisierung.
Sie wiederum koennte das Problembewusstsein fuer die Singularitaet bestimmter NS-Verbrechen verblassen lassen.

»Nationalsozialismus vor der Haustuer« gehoert zu unserem historischen Erbe, zu dem wir uns bekennen muessen. Angemessener Umgang damit ist unabdinglich. Mit diesem Erbe kann man sich emotional mittels Abscheu auseinandersetzen oder ethisch darueber reflektieren. Wuenschenswert ist eine gleichrangige Auseinandersetzung nach den Regeln kritischer Rationalitaet.




Fakten:




Vereinfachtes Diagramm zur
Haeftlingsverteilung (1939-1945)
nach Staatsangehoerigkeiten (1939),
Kenntnisstand März 2000.




Karte zur Dislozierung von Nebenlagern und »Kommandos«
des KZ »SS-Sonderlager Hinzert« (1939-1945),
Kenntnisstand Mai 2001.




Mitglieder der Projektgruppe,
ihre luxemburgischen Partner,
deutsche Zeitzeugen
zusammen mit
dem ehemaligen luxemburgischen Haeftling
Jos Meunier (hinten Mitte),
Generalsekretaer der
»Amicale de Hinzert«,
der luxemburgischen Organisation
ehemaliger Hinzert-Haeftlinge
(Foto VG Hermeskeil, Mai 2000)



Das ehemalige »SS-Sonderlager Hinzert« stellte verwaltungsrechtlich einen hoechst interessanten Sondertypus eines Konzentrationslagers waehrend des Dritten Reiches dar: Die Folgen von Rassenwahn und die Organisation des NS-Lagersystems waehrend der Kriegsphase des NS-Regimes lassen sich hierbei wegen seiner zeitlich und inhaltlich unterschiedlichen Aufgaben gut nachweisen. Die besonderen Aufgabenfelder - sie liefen erst Ende November 1944 aus - und die sehr unterschiedlichen Haeftlingsgruppen ueberschnitten sich zeitlich. Juedische »Schutzhaeftlinge« sind als Minderheit bis 1943 nachweisbar; auch fuer Sinti und Roma gibt es vereinzelte Hinweise.

Mit insgesamt etwa 14.000 maennlichen Haeftlingen aus ueber 20 heutigen Staaten und vermutlich ca. 1.000 Todesopfern, von denen sich bislang ueber 300 Todesfaelle dokumentieren liessen, zaehlte dieses Konzentrationslager zu den vergleichsweise kleineren Haftstaettensystemen; als Vernichtungslager war es nicht ausdruecklich konzipiert gewesen. Es belegt aber die europaeische Dimension der NS-Gewaltherrschaft im Krieg (vgl. verkleinertes Diagrammbeispiel links).

Haftstaettensystem meint:
Zum Stammlager Hinzert gehoerten zahlreiche Nebenlager und Aussen-»Kommandos« (vgl. verkleinerter Kartenausschnitt links). Vor allem hier verwirklichte sich das Prinzip brutaler Sklavenarbeit, ab Fruehjahr 1942 zentral gesteuert durch das Wirtschafts-Verwaltungshauptamt der SS.

Weder vom SS-Lagerteil noch vom ehemaligen »Schutzhaftlager« existieren sichtbare Bauten. Die Entscheidung, den gesamten Lagerkomplex spurlos abzutragen, wurde von der franzoesischen Militaerverwaltung getroffen. Sie richtete zwischen 1946 und 1948 die heutige landeseigene Gedenkstaette als »Ehrenfriedhof« innerhalb des ehemaligen SS-Lagerteils ein; somit wird insgesamt ein historischer Prozess im Umgang mit der NS-Zeit bis hin zur Gegenwart gespiegelt.

Eindrucksvolle Orte des Grauens befinden sich in den umliegenden Waeldern, wo die Lagerkommandantur seit 1941 Tote hatte verscharren lassen. Die Leere und der Bewuchs des eigentlichen Haftlagergelaendes sowie die unterschiedlichen Gedenkstellen in den Waeldern erfordern paedagogisch besonders ueberlegte Formen fuer gedenkstaettenpaedagogische Vorbereitung, Darbietung und Nachbereitung: Hier sollte keine Lehrkraft oder Lerngruppe darauf vertrauen, durch eine Art Freilichtmuseum der Unmenschlichkeit geschleust zu werden.

Die Gedenkstaette wird von einem Gedenkstaettenpfleger in wuerdigem Zustand erhalten. Um zentrale Dokumentation bemueht sich und bietet an eine empfehlenswerte Ausstellung zum ehemaligen »SS-Sonderlager/KZ Hinzert« die »Landeszentrale fuer politische Bildung Rheinland-Pfalz«:
Ein Besuch des »NS-Dokumentationszentrums« in der landeseigenen »Gedenkstaette ehemaliges Konzentrationslager Osthofen« (Rheinhessen) lohnt (Kontakt: siehe unten, Hilfen); denn hier stehen waehrend der Oeffnungszeiten qualifizierte Kraefte fuer Fuehrungen zur Verfuegung.


Die praktische Arbeit der Projektgruppe am Gymnasium Hermeskeil beschraenkte sich stets auf das regionale und insbesondere unmittelbare Umfeld des ehemaligen KZ-Stammlagers; Buerger, Behoerden und vor allem die Forstverwaltung unterstuetzten seit den 90er Jahren die Bemuehungen.
In diesem Rahmen vermochte die Projektgruppe seit 1983 Anstoesse zu geben. Sie wurden spaeter, nachdem das Referat 2 der »Landeszentrale fuer politische Bildung Rheinland-Pfalz« eine Gedenkstaettenkonzeption entwickelt hatte, teilweise aufgegriffen oder zeitweise in die staatliche Gedenkarbeit integriert.

Vorausgegangen war stets solide Recherchearbeit, teilweise mittels Archivmaterials; in wissenschaftspropaedeutisches Arbeiten einzufuehren, gehoerte bisher zu den Bildungszielen eines Gymnasiums. Daher wurde eine umfangreiche Dokumentation angelegt (z.Zt. ca. 9 lfd. m Akten- und Bildmaterial, tlw. EDV-erfasst).
Wichtige Hilfen bedeuteten Kontakte zu ueberlebenden einstigen Haeftlingen, vor allem aus Luxemburg, Belgien, den Niederlanden sowie aus Frankreich. Die Begegnung mit ihnen hinterliess tiefe Eindruecke, wenn sie aus ihrer Haftzeit berichteten.
Aber auch diskret zu behandelnde Hinweise aus der Bevoelkerung des Lagerumfelds waren fuer die Arbeit der Projektgruppe hilfreich.

Vor allem engagierte Paedagoginnen, Paedagogen und Jugendliche aus Luxemburg (Foyer Saint Joseph Fadep et Foyer d' Accueil, ein kirchliches Alumnat, 16, rue du Golf, L-1638 Luxembourg-Sennigerberg, unter der Leitung von Herrn Dipl.Paed. Oswald) haben gemeinsam mit Hermeskeiler Gymnasiastinnen und Gymnasiasten wichtige Projekte vorangetrieben. Internationale Begegnungen und Tagungen zum Themenumfeld des KZ Hinzert fanden haeufig an unserem Gymnasium statt.

Schon oefter erhielten die engagierten Jugendlichen Anerkennung für ihr Wirken: Dazu zaehlten z.B. ehemalige Haftopfer des einstigen Schreckenslagers, die schon haeufig unsere Schule besuchten, oder hochrangige diplomatische Vertreter aus Nachbarlaendern.
Fuer die Gesamtleistungen der Projektarbeit am Gymnasium Hermeskeil wurde beispielsweise die beratende Lehrkraft ausgezeichnet, so zuletzt mit der Verleihung des Ranges eines »Officier de l' Ordre de Mérite du Grand-Duché de Luxembourg«.

Nicht selten standen Mitglieder der Projektgruppe zur Verfuegung, um im Zusammenhang mit offiziellen Veranstaltungen auszuhelfen. Dies bot sich bisher u.a. anlaesslich der »Internationalen Gedenkfeier« in der Gedenkstaette Anfang September jeden Jahres an.

So koennen wir Nachgeborene ehemaligen Haftopfern des »SS-Sonderlagers Hinzert« und unseren Nachbarn in Europa zeigen, dass Erinnern und Mahnen an unserer Schule keine Lippenbekenntnisse bedeuten: Beharrlichkeit, Einfuehlungsgabe und Behutsamkeit im Umgang mit dem historischen Erbe eines ehemaligen Konzentrationslagers erbringen nachhaltige Erfolge.




Hilfen:




»Ehrenfriedhof« von 1946 und »Hinzerter Kreuz«,
im Vordergrund Mahnmal des luxemburgischen Kuenstlers
Lucien Wercollier von 1986, Aufnahme Juni 2002




»Suehnekapelle« von 1948,
erbaut auf Initiative
des Beurener Pfarrers Wilhelm Fortuin,
Aufnahme Juni 2002.

Pfarrer Fortuin (*1901-1970+)
war stets eine so warmherzige wie
kantige und temperamentvolle
Persoenlichkeit gewesen.
Wegen seiner Konflikte mit der Partei
hatte ihn Bischof Dr. Bornewasser 1937
aus Bad Kreuznach
nach Beuren (Hochwald) abziehen muessen.
Unbeeindruckt von Kontaktverboten
mit Haeftilingen pflegte er sie
bei Begegnungen im Lagerumfeld
zu segnen.

Vermutlich nach Reibungen
mit der Besatzungsmacht 1949/50
 im Zusammenhang mit dem Transfer
des letzten verbliebenen Baudokuments
auf dem einstigen Haftlagergelaende,
der »Lagerarrestanstalt« (sog. Bunker),
versetzte ihn Dr. Bornewasser 1951
nach Illingen (damals frz. Saargebiet),
wo er engagiert fuer eine
verfolgte Minderheit wirkte:
Sinti und Roma.

Die Kapelle dokumentiert,
dass die deutsche Seite
sehr frueh den Gedanken
von Erinnerungskultur
aufzugreifen versucht hatte
und ein sichtbares Zeichen
zu setzen verstand.
Noch heute wird die Kapelle
von Glaeubigen der Umgebung
zu Gedenkmessen verwendet.
Pfarrer Fortuins Ansatz
hat somit Fruechte getragen ...
 



Im Bereich der landeseigenen Gedenkstaette »Ehemaliges SS-Sonderlager/KZ Hinzert« existieren derzeit knappe Informationsmoeglichkeiten. Offizielle Gedenkstellen im Umfeld hat die »Landeszentrale fuer politische Bildung Rheinland-Pfalz«, Referat 2 (Gedenkarbeit), mit  Informationstafeln versehen. Eine mehrsprachige kostenfreie Broschuere in der »Suehnekapelle« - herausgegeben in Zusammenarbeit mit einem in Wittlich (Eifel) ansaessigen Foerderverein - schildert aus der Sicht der »Landeszentrale« wichtige Grundinformationen. Die »Landeszentrale« (Anschrift: Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz, Kontakt: Tel. 06131162970, Fax: 06131162980, E-Mail: lpb.zentrale@politische-bildung-rpl.de) stellt auf Anfrage weitere Materialien zur landeseigenen Gedenkarbeit zur Verfuegung.

Derzeit fehlt ein Besucherdienst vor Ort; die genannten Institutionen bieten auf Anfrage offizielle Fuehrungen an. Kontakt: »Landeszentrale für politische Bildung«, Referat 2 (Gedenkarbeit), Leiter des Referats: Uwe Bader; Sachgebiet oertliche Gedenkarbeit: Dr. Beate Welter, »NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz, Gedenkstaette KZ Osthofen«, Ziegelhuettenweg 38, 67574 Osthofen, oder: Postfach 13 38, 67566 Osthofen, Fernruf: 062 42910811, Fax: 06242910820 und Fernruf: 06242910825, Fax: 06242910829, Ziegelhuettenweg 38, vgl. auch Internet http://www.politische-bildung-rlp.de/schwerp/s_g_gh_c.htm.

Gefuehrte Wanderungen im Zusammenhang mit dem ehemaligen KZ bietet beispielsweise - gegen Unkostenbeteiligung - die Verbandsgemeinde Hermeskeil an; Ansprechpartner: Tourist-Info, Langer Markt 17, 54411 Hermeskeil, Fernruf: 06503809204, Fax 06503981193, E-Mail: info@hermeskeil.de, Internet: http://www.hermeskeil.de. Auch die Jugendherberge in Hermeskeil ist auf entsprechende Wuensche vorbereitet.

Wenn schulisch vereinbar, traegt das Gymnasium Hermeskeil spezifischen Wuenschen hinsichtlich Auskunft, Material und besonderen Fuehrungen gerne Rechnung, sofern landeseigene Gedenkarbeit nicht beruehrt wird; dies wird betont, da die Zustaendigkeit der »Landeszentrale fuer politische Bildung« fuer Fragen zur »Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz« und fuer staatliche Gedenkarbeit durch den Landtag verbindlich geregelt ist.



Abb.: Fuehrung durch eine Lehrkraft
des Gymnasiums Hermeskeil,
hier fuer das Dekanat Traben-Trarbach 2001,
Gedenkstelle ehmaliger Haeftlingsfriedhof,
nahe Tank-und Raststaette A 1 Hochwald-Ost.

 
Wer Kontakt mit der beratenden Lehrkraft am Gymnasium Hermeskeil sucht
und unsere Erfahrungen seit 1983 (kostenfrei) in Anspruch nehmen moechte:
Sekretariat Fernruf 0605033023
(Mo-Fr 08.00-13.00 und 14.00-16.00 Uhr)/
Fax 065031346/
E-Mail sekretariat@gymherm.de

K u r z i n f o r m a t i o n d e s G y m n a s i u m s H e r m e s k e i l
zum ehemaligen KZ »SS-Sonderlager Hinzert«:
Faltblatt, achtseitig, mit zahlreichen Abbildungen und Skizzen
(vgl. auch Materialangebote herunterladbar als .pdf-Dateien, linke Spalte oben)

Literaturhinweise:

In der offiziellen und umfangreichen Aufsatzsammlung von Meyer, Hans-Georg/ Berkessel, Hans (Hrsg.), »Fuer die Aussenwelt seid ihr tot!« (Die Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz, Bd. 2), Mainz 2001, ISBN 3-87439-452-2 (Verlag Hermann Schmidt, Mainz), sind mehrere Ausarbeitungen zum  »SS-Sonderlager/KZ Hinzert« enthalten; sie entsprechen etwa dem Forschungsstand 1999/2000. - Ausgewaehlte Nachkriegsverfahren gegen Hinzerter Taeter wurden im Auftrag der »Landeszentrale fuer politische Bildung Rheinland-Pfalz« bearbeitet und kommentiert ediert: Puetz, Albert, »Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert 1940-1945« (Schriftenreihe des Ministeriums der Justiz, Bd 6 u. 8, Teil1-2), Frankfurt/M 1998 u. 2001, ISBN 3-631-31686-0 u. ISBN 3-631-37679-0 (Verlag Peter Lang GmbH, Frankfurt/M).

Eine beispielsweise aeltere, weitgehend deutschsprachige und nach wie vor nuetzliche, weil quellenreiche Monographie aus luxemburgischer Sicht von Engel, Marcel/ Hohengarten, André, »Hinzert. Das SS-Sonderlager im Hunsrueck, 1939-1945«, Luxemburg 1983, ist im Buchhandel leider vergriffen und nur noch ueber Bibliotheken zu beschaffen. - Die franzoesische Sicht mit Schwerpunkt Deportation von »Nacht und Nebel«-Gefangenen stellte der Priester und Zeitzeuge La Martinière, Joseph de, »Nuit et Brouillard à Hinzert. Les Déportés NN en Camp Spécial«, Tours 1984, dar; diese quellenreiche Untersuchung ist in deutschen Bibliotheken nur vereinzelt greifbar. - Eine Magisterarbeit von Gerstlauer, Matthias, »Das SS-Sonderlager Hinzert im Organisations- und Machtgefuege der SS«, Fachbereich III der Universitaet Trier 1996, erarbeitete z.B. Haeftlingslisten; diese Ausarbeitung ist nur ueber Fachbibliotheken zugaenglich.

Eine umfangreiche Darstellung zum ehemaligen »SS-Sonderlager Hinzert« unter dem Titel »Waffen-SS. SS-Sonderlager Hinzert. Das Konzentrationslager im »Gau Moselland« 1939-1945« (ISBN 3-9802717-8-1) mit Forschungsstand Herbst 1998 ist ueber den Buchhandel, unmittelbar ueber den Verlag (Burr, 66620 Nonnweiler-Otzenhausen) oder Bibliotheken greifbar.



Beispiele:

Projekte

Gedenkort fuer ermordete sowjetische Kriegsgefangene 1941

Gedenkort ehemalige Massengraeber von NN-Deportierten 1942/43

Gedenkort Mordstaette ehemalige Waschbaracke 1942-1944

Gedenkort ehem. Haeftlingsfriedhof 1942-1945

Luxemburger als Opfer der NS-Besatzungsherrschaft 1940-1945

Gedenkort vorbereitete Massenerschiessungsgruben 1944

Datenerfassung zu ehemaligen Haeftlingen 1939-1945

Gedenkort Zwangsarbeitsstaette ehemaliger Schieferbruch 1942-1943


Gedenkort fuer ermordete sowjetische Kriegsgefangene 1941



Gedenkstein des Gymnasiums Hermeskeil
fuer die ermordeten
sowjetischen Kriegsgefangenen
der zweiten Oktoberwoche 1941.
Aufnahme September 2001.




Gedenkstelle ehemalige Hubertuswiese,
Ort der heimlich verscharrten Mordopfer
vom Oktober 1941,
Aufnahme Januar 2002.







Oben ein Informationsentwurf
im Zusammenhang mit unserer Projektarbeit:
Projekttage an unserem Gymnasium
schliessen regelmaessig mit Ergebnissicherung und Praesentationen ab.
Zu diesem Zweck werden Informationsstaende eingerichtet,
welche Mitschueler/innen, Elternschaft und Oeffentlichkeit
ueber Ziele und Ergebnisse unterrichten.


Die heutige Gedenkstelle hat ihre eigene Geschichte ...
Sie soll exemplarisch fuer die Anfaenge unserer Projektarbeit referiert werden:

Die Gedenkstelle war zur Zeit des Kalten Krieges, als sie entstand (1986),
alles andere als unumstritten gewesen.
So schlugen beispielsweise erregte
anonyme Zusender und Anrufer dem Projektleiter vor,
er solle sich »in Moskau den Leninorden abholen«,
besser doch » in die DDR auswandern« -
und er sei »vermutlich ein Kommunistenschwein«
(dabei war und ist er Mitglied in einer großen demokratischen Partei) ...

Unsere damalige Kenntnis
zu den entsetzlichen Vorgaengen und der heutigen Gedenkstelle
beruhte auf einer handfesten Zeitzeugenaussage von 1983,
Prozessberichten in der regionalen Presse
von 1960/61 zu einem Trierer Strafverfahren
und einer zugaenglich gewordenen Kopie des Anklageschriftsatzes,
in dem allerdings vom Tatzeitraum September 1941 ausgegangen war
(tatsaechlich, wie sich 1996 mittels Akten
im Archiv des Conseil National de la Résistance, Luxembourg, herausstellte,
zweite Oktoberwoche 1941).
Die Aktenoriginale zum Trierer Verfahren selbst,
die vom Landgericht Trier an das Landeshauptarchiv Koblenz abgegeben wurden,
waren aus Datenschutzgruenden nur eingeschraenkt benutzbar...
 
Die damalige zustaendige Bezirksregierung
hatte Zurueckhaltung signalisiert
und bestellte Schul- und Projektleiter ein.
Aber unser frueherer Schulleiter, OStD i.R. Josef Lauterbach,
das Kollegium, die Eltern- und Schuelerschaft
bewiesen Zivilcourage und standen hinter dem Projekt.
Denn uns ging es damals nur darum,
gegen einstige Barbarei im Namen Deutschlands
ein Zeichen der Menschlichkeit zu setzen.
Ob die Mordopfer tatsaechlich
kommunistische Politkommissare gewesen waren oder nicht,
was nach Sachlage gar nicht einmal feststeht,
das erachteten wir als nachrangig:
Sie waren schlicht Menschen
und wehrlose Kriegsgefangene gewesen,
Mitmenschen,
die arglistig und aus niedrigen Beweggruenden
liquidiert worden waren.






Gedenkort mutmassliche ehem. Massengraeber von NN-Deportierten 1942/43



Von Mitgliedern der Projektgruppe
gemeinsam mit luxemburgischen Schuelern
freigeraeumtes ehemaliges Massengrab
vermutlich ehemaliger franzoesischer
NN-Deportierter des KZ »SS-Sonderlager Hinzert«,
Aufnahme September 2001.




Ehemalige NN-Deportierte aus Frankreich
besuchten 1995 zum ersten Mal nach dem Krieg
die Orte ihres Leidens,
Aufnahme Mai 1995.
Ihre Berichte gaben der Projektgruppe
wichtige Hinweise fuer weitere Recherchen vor Ort.









Oben ein Informationsentwurf
im Zusammenhang mit einem Projekt
des Jahres 2001.






Gedenkort Mordstaette ehemalige Waschbaracke 1942-1944



Mitglieder eines Projekts
am Gymnasium Hermeskeil
u.a. zur Mordstaette
ehemalige Waschbaracke,
Aufnahme Juli 2001.




Aquarell des 1944 erschossenen
luxemburgischen Haeftlings
Arthur Michel.

Blick vom Loeschteich im Haftlagerteil
ueber den Appellplatz
in Richtung zum Rapportbuero
und vorderen Lagertor.
Quelle: Ablichtung Jos Meunier, Obercorn (L).






Oben ein Informationsentwurf
im Zusammenhang mit einem Projekt 2001.
Vgl. auch den Link zu Oberkapo Eugen Wipf,

der zwischen 1942 und 1944 hier Morde beging.
Die uebliche Praxis bezeichnete er
in seinem Zuericher Strafverfahren 1948
als »Ersaeufen« ...






Gedenkort ehemaliger Haeftlingsfriedhof 1942-1945



Ehemaliger Haeftlingsfriedhof (oben)
waehrend der Exhumierungen
im Fruehjahr 1946,
Quelle: Photo Brucker
Der erhebliche Zersetzungszustand
der 1946 exhumierten Gebeine
erklaert sich durch den Einsatz von Chlorkalk.











Aufnahme Januar 2001
des ehemaligen Haeftlingsfriedhofs an der BAB A 1
mit einer symbolischen Gewaltspirale.
Die 52 Steine
hinter der heutigen Informationstafel der
»Landeszentrale fuer politische Bildung Rheinland-Pfalz«
verweisen auf die einstigen Massengraeber.
Sie erstreckten sich vor ihrer Exhumierung 1946
bis unter die heutige Autobahntrasse.

Freilegung und Einrichtung der Gedenkstelle erfolgten
in muehevoller Handarbeit
durch Hermeskeiler Gymnasiastinnen
und Gymnasiasten
sowie Luxemburger Schueler.





Luxemburger als Opfer der NS-Besatzungsherrschaft 1940-1945: 1942



Plakatierung des NS-Terrors
 im besetzten Grossherzogtum
Luxemburg Anfang September 1942
(Quelle: Hohengarten, André,
Die Stadt Luxemburg unter NS-Herrschaft (...),
Luxembourg 1995, oben)
,
 hier in Wiltz nach dem Streik
gegen voelkerrechtswidrige
Massnahmen des Besatzungsregimes.
Die oben aufgelisteten Opfer wurden
Anfang September 1942
durch SS-Personal des KZ Hinzert exekutiert
und im Staatsforst Beuren verscharrt.

Man weiss uebrigens aus Nachkriegsverfahren,
dass sich in Hinzert SS-Dienstgrade
gefahrlos der Teilnahme
an Exekutionen entziehen konnten.

Der luxemburgische Gedenkstein (rechts)
traegt das Datum des Streikausbruchs.
Aufnahme Januar 2002.




Der fuer die Exekutionen
wesentlich mitverantwortliche
»Gauleiter Moselland« und
»Chef der Zivilverwaltung Luxemburg« (CdZ),
Gustav Simon (Abb. unten),
war mit unserem Schulort Hermeskeil
familiaer verbunden gewesen.
Mittels der »Volksdeutschen Bewegung«
(VDB) in Luxemburg,
unter dem Schlagwort
»Heim ins Reich!«,
hatte der Gauleiter vorgespiegelt,
die propagierte so genannte
»Wiedereindeutschung« Luxemburgs
verfuege ueber eine Massenbasis
im Besatzungsgebiet.
Daher liess er ueber 80.000

luxemburgische Staatsbuerger

(Stand Sommer 1942) 
in die »VDB« pressen.


 

Abb.: Gauleiter Gustav Simon (*1900-1945+),
vermutlich Parteiaufmarsch Trier 1937,
Quelle: Archiv des Conseil National
de la Résistance, Luxembourg






Luxemburger als Opfer der NS-Besatzungsherrschaft 1940-1945: 1944



Wegen der Naehe zum Besatzungsgebiet Luxemburg
und dessen »Gleichschaltung« mit dem »Moselgau«
bot sich das Hinzerter KZ als »Einweisungslager«
und Ort fuer »verschaerfte Vernehmungen« durch die Gestapo
sowie Exekutionen an.
Daher besitzen der einstige Leidensort
und die heutige Gedenkstaette
fuer die nationale Identitaet des Grossherzogtums
eine ueberragende Bedeutung.




Gedenkstelle fuer erschossene luxemburgische Resistenzler vom Februar 1944.
Aufnahme Januar 2002.

Dem »Einsatzkommando Luxemburg der Sicherheitspolizei und des SD«
 - sprich: der Gestapo und ihren Spitzeln -
war im Herbst 1943 gelungen,
einen Schlag
gegen die  luxemburgische Resistenz zu fuehren.
Es waren verschiedene,

seit 1941 deutlich anwachsende
Organisationen,
die den aktiven Widerstand
gegen das NS-Regime trugen;
sie vereinigten sich 1944
zum »Conseil National de la Résistance«.

Zu den im Herbst 1943 enttarnten
und gefassten Resistenzlern
gehoerte u.a. auch Jos Meunier,
der heutige Generalsekretaer
der  luxemburgischen
»Amicale des Anciens de Hinzert«.

Gleichzeitig waren Desertationsfaelle
luxemburgischer zwangsrekrutierter
Wehrmachtsangehoeriger
erheblich angestiegen.
So sann das NS-Regime
auf Abhilfe durch exemplarischen Terror:
Von den urspruenglich
auf einer Konferenz der Sicherheitsorgane
mit Gauleiter Gustav Simon
geplanten 50 Exekutionen
ausgewaehlter Resistenzler
reduzierte das Reichssicherheitshauptamt in Berlin,
wohl wegen unguenstiger Einschaetzung
der Stimmungslage im Besatzungsgebiet,
die Zahl der zu Exekutierenden auf 25
(vgl. Liste, links, Kopie, Quelle:  Jos Meunier, Obercorn (L) ).

Auf der Exekutionsliste
(vgl. Kreuzmarkierung, Liste, links)
stand auch Jos Meunier;
ihm war im Hinzerter Lager die Haftnummer 7507
der Kategorie politischer »Schutzhaeftling« zugeteilt worden.
Nur die angeordnete Reduzierung
der urspruenglich vorgesehenen Opfer
rettete sein Leben.

Auf Grund eines Luftangriffs
auf den Hauptbahnhof Frankfurt/M
- denn einige Todeskandidaten
hatten sich schon
auf »Transport« in andere KZ befunden - 
standen nur 23 der aufgelisteten Opfer
rechtzeitig zur Erschiessung zur Verfuegung:
Zwei von ihnen waren
schwerstkranke Patienten der Haeftlingsabteilung

des St. Josef-Krankenhauses Hermeskeil gewesen.

Jos Meunier hingegen wurde  in »Kommandos«
verschiedener  Nebenlager eingeteilt
und ueberlebte.






Gedenkort vorbereitete Massenerschiessungsgruben 1944



Eine der zahlreichen vorbereiteten Gruben
 im Gemeindeforst Reinsfeld,
 in denen die Haeftlinge des Stammlagers
liquidiert werden sollten (oben, Aufnahme September 2001).
 Im September 1944 war naemlich US-Kraeften
 kurzfristig der Einbruch in den »Westwall« gelungen.
Diese Gruben wurden gemeinschaftlich
mit Luxemburger Schuelern
von der Projektgruppe freigelegt.
 






























Der junge franzoesische NN-Deportierte
Roger Nenot nach seiner Exhumierung
auf dem Gemeindefriedhof Hermeskeil
Herbst 1945, Foto vermutlich Photo Brucker.




Das Hinzerter KZ im Untergangsszenario des »Dritten Reiches«:

US-Verbaende besetzten
fast kampflos am 03.03.45 die Stadt Trier.
Das NS-Regime hatte vergeblich
durch radikale Appelle und brutalen Terror
seinen Untergang hinauszuschieben versucht.
(vgl. Plakat oben, vermutlich Februar 1945,
Quelle Privatarchiv Zenz).
Der Appell zum »Totschlagen« und »Erwuergen«
erklaert sich wohl auch mit der mangelnden Ausruestung
der eingesetzten Einheiten
des so genannten »Deutschen Volkssturms« ...

Fuer die Radikalisierung des schon gewoehnlich
brutalen und abgebruehten SS-Lagerpersonals spricht,
dass der wegen Knochentuberkulose
»marschunfaehige« junge Franzose Roger Nenot,
ein NN-Deportierter,
»eingewiesen« am 22.01.43 als Siebzehnjaehriger,
»aufgenommen«  mit »Schutzhaft«-Nummer 6046
und bis Anfang Januar 1945
im Krankenhaus Hermeskeil
erfolgreich versteckt gehalten,
am »Evakuierungs«-Tag
in einem Splitterschutzgraben des Haftlagers
mittels Genickschusses liquidiert wurde.
Roger Nenot hatte seit 1943 
in einem Gipskorsett vegetieren muessen.
Nach dem Zeugenbericht
des ehemaligen NN-Deportierten
Abbé Joseph de la Martinière
vom 18.01.46,
als er seine einstige Leidensstaette aufsuchte,
entdeckte er noch Reste des Gipskorsetts
an der Exekutionsstelle ...

Das Nachkommando im aufgegebenen Lager
hatte den Leichnam offenbar kurz nach seiner Liquidierung
zum Hermeskeiler Gemeindefriedhof ueberfuehren lassen,
wo er spaeter auf Anweisung der franzoesischen Militaerverwaltung
exhumiert und in sein Heimatland ueberfuehrt wurde
(vgl. Abb. links).

Der Grund fuer die Liquidierung:
Kein KZ-Haeftling, so RFSS Himmler,
sollte »lebend in die Hand des Feindes« fallen.
Am 02./03.03.45 war das »Evakuierungs«-Stichwort »EVA«
fuer das Stammlager ausgeloest worden,
d.h., die Haeftlinge mussten den Todesmarsch
in Richtung KZ Buchenwald antreten.
Denn am 09.01.45 war die Unterstellung
des seit 16.10.39 eigenstaendigen Hinzerter KZ-Systems
unter das »KL« Buchenwald
wirksam geworden.
Diese Entscheidung lag fest
seit einem Aufloesungsbefehl
des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, Amtsgruppe D (KL),
in Absprache mit dem
Reichssicherheitshauptamt, Amt C,
vom 21.11.44.


Die verschiedenen Haeftlingskolonnen
wurden ab Ende Maerz 1945 von US-Truppen
in Mittel- und Nordhessen eingeholt und befreit,
bevor sie das KZ Buchenwald erreicht hatten
.




Datenerfassung zu ehemaligen Haeftlingen 1939-1945





Schuelerinnen und Schueler gaben
waehrend eines Projekts Patientendaten
der Haeftlingsstation von 1939 bis 1945 ein
und werteten sie mittels PC aus
(Foto oben, Juli 2001,
statistischer Ueberblick
nach Staatsangehoerigkeiten, s.o.).
Erfasst wurden Krankheits- und Verletzungstypen
sowie Ernaehrungszustand vor und nach
der Behandlung in der Krankenstation.

Im Lager selbst existierte
ein so genanntes »Krankenrevier«,
dessen Akten sich nur
in wenigen Resten erhalten haben.








Ein Beispiel fuer »Nationalsozialismus vor der Haustuer«
und damals moegliche Resistenz an unserem Schulort ...

Im vierten Obergeschoss
des ehemaligen Hermeskeiler Krankenhauses
war eine Haeftlingsstation eingerichtet worden
(Abb. oben, Quelle: Kulturgesch. Verein, Hermeskeil).
Hier konnten sich heimlich
die liebevollen Ordensschwestern
um die ausgezehrten, schwerstkranken Haeftlinge
des KZ Hinzert bemuehen,
denen die Ueberweisung gestattet worden war. 
Oft liess
Lagerkommandant SS-HStuf Paul Sporrenberg (*1896-1961+),
nach Zeugenaussagen
ein Sadist sondergleichen,
sogar frisch Operierte
ins Lager zurueckfuehren.
um fuer die geforderten
»Veraenderungsmeldungen« an WVHA D II
den enorm hohen Prozentsatz
an »Arbeitsunfaehigen« zu senken.

Die letzten ueberlebenden Krankenfaelle
konnten erst lange nach dem Einruecken von US-Kraeften
in Hermeskeil (15./16.03.45) das Krankenhaus verlassen.
Es waren meist Verletzte eines letzten
US-Tieffliegerbeschusses des Lagerkomplexes vom 02.02.45.




Gedenkort Zwangsarbeitsstaette ehemaliger Schieferbruch 1942-1943



Pflege und Zugaenglichmachung
von Gedenkorten war stets das Bemuehen
der Projektgruppe gewesen.

Die Wegeverhaeltnisse unterscheiden sich aber erheblich.

Oben zwei Oberprimaner beim »Waldfegen«
vor der Internationalen Gedenkfeier 2001,
um die Wuerde eines Gedenkortes zu bewahren
und damit kein gebrechlicher
ehemaliger Haeftling stuerzt.





Im Rahmen von Projektarbeit  zugaenglich gemachte
Zwangsarbeitsstaette fuer
franzoesische NN-Deportierte 1942/43,
der ehemalige Schieferbruch.

Auch hier haben luxemburgische Schueler mitgewirkt,
um den den Zugang zu diesem Gedenkort
fuer Besucher ueberhaupt zu ermoeglichen.
Als ihn naemlich
1995 franzoesische NN-Deportierte
identifiziert hatten,
waren die Zuwege
50 Jahre nach Kriegsende
so gut wie zugewachsen gewesen.

Fotos September 2001 und Mai 2000.







Dienstsiegel des KZ »SS-Sonderlager Hinzert« 1943.
Es belegt u.a., dass die Peiniger der Waffen-SS (Totenkopf-Verbaende) angehoert hatten: dem W-SS (TV)-Sturmbann Hinzert.
Ein regelmaessiger Austausch zwischen SS-Frontsoldaten
und innerhalb des KZ-Systems foerderte
 die von Reichsfuehrer SS Heinrich Himmler gewuenschte »Haerte«
und die Absage an »Humantitaetsduselei«.
Ab Fruehjahr 1944 wurden im KZ Hinzert auch
Wehrmachtsangehoerige zu KZ-Waechtern umgeschult
und in die Waffen-SS (TV) ueberfuehrt.
Abb. Quelle: BAL NS 4 Hi 48 (bearb.)



Ehemaliger oeffentlicher Wegweiser bis Fruehjahr1945
zum KZ-Stammlager »SS-Sonderlager Hinzert«
an der einstigen Reichsstrasse 52 Trier-Hermeskeil,
Kreuzung Kreisstrasse Reinsfeld-Beuren:
Die Lagerexistenz wurde nie verheimlicht, und wer wollte,
konnte z.B. bei »Aussenkommandos« und waehrend der Fussmaersche vom und zum Stammlager
die geschundenen Haeftlinge und die barbarische Misshandlungspraxis beobachten.
Menschen in der Region warnten
damals
sinngemaess
unvorsichtige »Volksgenossen«:
»Sei still, sonst kommst Du nach Hinzert ...«
Abb. Quelle: Musée de la Résistance, Esch/A (L).

Danksagungen:
Der  Verfasser dankt insbesondere
dem Archiv des Conseil National de la Résistance, Luxembourg,
dem Musée de la Résistance, Esch/A.,
dem Musée de la Déportation et de la Résistance, Besançon,
den Archives de l'Occupation Française en Allemagne..., Colmar,
dem Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde,
dem Kreisarchiv Trier,

dem NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz, Osthofen,
fuer  Materialien
und nicht zuletzt Dank den Schuelergenerationen seit 1983
und vielen Mitgliedern des Kollegiums des Gymnasiums Hermeskeil,
die aktiv bei der Gedenkarbeit mitgeholfen hatten.

Als ueberaus hilfsbereit erwies sich stets der luxemburgische ehemalige Haeftling und Generalsekretaer der »Amicale des Anciens de Hinzert« Jos Meunier, der wegen seiner Mitgliedschaft in einer luxemburgischen Resistenzgruppe inhaftiert worden war.


Stand der Web-Seite:
April 2003

Bildnachweis Titel:
Lagerzaun, Nordwestecke Haftlager, Zustand 1948.
Quelle: Archiv des Conseil National de la Résistance, Luxembourg




Impressum:
Text- und Bildgestaltung
Schneider, OStR
Gymnasium 54411 Hermeskeil
Borwiesenstrasse
Anregungen an
schneider070244@web.de



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