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Lateininfos

   
       
 

Checkliste zur Erstellung eines Referates

   
       
 

Latinum

 

 
 

Warum werden noch heute in vielen Studiengängen Lateinkenntnisse oder das Latinum vorrausgesetzt?

Viele moderne Wissenschaften haben ihre Wurzeln in der Antike. Im christlichen Mittelalter erfuhr die  griechisch-römische Kultur v. a. unter Karl der Große eine erste Wiedergeburt  („Karolingi-sche Renaissance“, um 800), sie entwickelte sich weiter im Hochmittelalter (12./ 13.Jh.), gelangte zu neuer Blüte z. Zt. der sog. „Renaissance“ und des Humanismus (14.-16.Jh.) und stellte die Grundlage für das Entstehen vieler neuer wissenschaftlicher Disziplinen in der frühen Neuzeit (17./ 18.Jh.) dar. In allen diesen Epochen war LATEIN die Basissprache: Für die Gelehrten ganz Europas war sie die Sprache, mit der man sich verständigte, wissenschaftliche Artikel wurden in LATEIN verfasst, die Vorlesungen wurden in LATEIN gehalten, aus ihr entwickelte sich und entwickelt sich noch heute die wissenschaftliche Fachterminologie. Wenn auch heute die Wissenschaftssprache Englisch geworden ist, so ist doch festzuhalten, dass die  lateinische (oder griechische) Sprachwurzel  in fast allen begrifflichen Neuschöpfungen erkennbar bleibt.

Unsere heutige, so schnelllebig gewordene Zeit braucht die historische Dimension; diese macht einen nicht unwesentlichen Bestandteil des „humanum“ aus und darf daher im Bewusstsein der Menschen nicht ganz verschwinden. Ansonsten bestünde die Gefahr, ganz in der Tagespolitik aufzugehen und sich in blindem Aktionismus zu verlieren. Im Wissen um das große kulturelle Erbe Europas und um die „conditio sine qua non“, dass „Zukunft Herkunft braucht“,  lautet der Anfang der Präambel der ersten europäischen Verfassung (2004):

„Schöpfend aus den kulturellen, religiösen und humanistischen Traditionen Europas ...“

Nur auf der Basis und in kritischer Auseinandersetzung mit in der Vergangenheit entwickelten menschlichen Entwürfen kann eine neue, menschlichere Gesellschaft geschaffen werden. Eben dieses Fundament zu legen sind Schule und v. a. die sog. geisteswissenschaftlichen und historisch orientierten universitären Fachrichtungen aufgerufen. Dafür wiederum  sind eine solide lateinische Sprachausbildung  sowie ausreichende Kenntnisse in griechisch-römischer Literatur, Kunst, Religion, Philosophie und Geschichte unerlässlich. Folgerichtig fordern die Universitäten entweder die Qualifikation des LATINUMs oder zumindest Lateinkenntnisse; die geforderten Nachweise sind allerdings von Uni zu Uni verschieden. Beispielhaft seien die in Rede stehenden Studiengänge genannt: Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie, Religionswissenschaften, Philosophie, Sprachwissenschaften (v. a. Romanistik, Germanistik u. a.), Rechtswissenschaften, Medizin, Biologie, Pharmazie.


Wie kann man das Latinum erwerben?

Auf der Universität kann in sog. „Latinumskursen“ oder in privatwirtschaftlich organisierten Ferien- oder Crash-Kursen die geforderte Qualifikation erworben werden. Abgesehen von entstehenden Kosten hat diese Variante den Nachteil, dass zusätzliche Zeit und Energie gefordert sind, die eigentlich eher dem gewählten Studiengang zugute kommen sollten. Außerdem ist eine eigene schriftliche und mündliche Prüfung (auf Abiturniveau) abzulegen. Erfahrungsgemäß haben viele Studenten mit diesem Zugang z. T. erhebliche Probleme.

Vorteilhafter ist es, Latein auf dem Gymnasium als 2. oder 3. Fremdsprache zu lernen:

Ab Klasse 7  als 2. Fremdsprache (als Pflichtfach bis Klasse 10). Für den Erwerb des LATINUMS muss die Sprache bis 11/2 fortgeführt (insgesamt 5 Jahre) und mindestens mit „ausreichend“ (5 MSS-Punkte) abgeschlossen werden. Um sich für das sog. GROSSE LATINUM zu qualifizieren, muss Latein als Grundkurs (oder Leistungskurs) bis zur 13. Klasse belegt werden; auch in diesem Falle müssen mindestens 5 MSS-Punkte („ausreichend“) erreicht werden.

Ab Klasse 9 als 3. (fakultative) Fremdsprache. Auch in dieser Variante findet der Sprach- und Literaturunterricht kontinuierlich über 5 Jahre statt und wird mit dem Erwerb des LATINUMS nach Klasse 13 abgeschlossen. Über eine zusätzliche schriftliche und mündliche Prüfung, vergleichbar mit den Abituranforderungen in anderen Fremdsprachen, kann das sog. GROSSE LATINUM bescheinigt werden. Für beide Niveaus werden mindestens 5 MSS-Punkte („ausreichend“) gefordert.


Welche Vorteile hat Latein als Schulfach?

Die effektivste Art Latein zu lernen ist zweifellos in jungen Jahren, das wussten schon die alten Römer: „In teneris annis discere multum est!“. Im Folgenden seien daher einige wichtige Punkte genannt, die den Bildungswert des Lateinischen auch für unsere moderne Zeit unterstreichen:

+ Uns wird das sprachliche Erbe der Römer in Fremd-/ Lehnwörtern im Deutschen 
   einerseits, als auch in den europäischen Sprachen andererseits (z. B. F, E, Sp, It ) 
   bewusst (Latein ist keine tote Sprache!).
+ Die uns deutlich werdende Sprachverwandtschaft erleichtert uns den Aufbau eines
   soliden Wortschatzes beim Fremdsprachenlernen.
+ An der Klarheit des Lateinischen gewinnen wir ein vertieftes Verständnis dafür, wie
   Sprache allgemein funktioniert (Grammatikkompetenz) und lernen so andere 
   Fremdsprachen leichter.
+ Beim „Dekodieren“ lateinischer Sätze und Texte trainieren wir Konzentration, Analyse- 
   und Kombinationsfähigkeit, damit also Denken und Lernen allgemein (was später in 
   Studium und Beruf sehr hilfreich sein wird)
+ Beim Übersetzen aus dem Lateinischen schulen wir unsere Ausdrucksfähigkeit im
   Deutschen (und ggf. auch unsere Rechtschreibung).
+ Lateinische Texte machen uns griechische, römische, mittelalterliche Geschichte  
   (Alltag, Politik, Kunst, Religion etc.) ganz konkret erfahrbar.
+ Wir lernen zu verstehen, wie wir wurden, was wir heute sind (kulturelle und    
   zivilisatorische Kontinuität).          
+ Insgesamt investieren wir in Bildung und Wissen (Latinum) und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zu unserer Persönlichkeitsentwicklung.   

LH

 

Römisches Reich
Das Römische Reich 117 n. Chr. unter Trajan.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 


Augustus.

 

       
Impressum | Kontakt Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 19. Februar 2009, 14:35