Schultypisierung hat Erfolg: Abiturient spendet Stammzellen

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Typisierungsaufrufe des Gymnasiums Hermeskeil mit Stefan-Morsch-Stiftung schafft seit 2010 Lebenschancen für Leukämiepatienten

Das Gymnasium Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg) könnte man auch „Schule der Stammzellspender“ nennen. Bei Typisierungsaufrufen mit der Stefan-Morsch-Stiftung haben sich seit 2010 mehr als 500 Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler am Gymnasium als Stammzellspender registriert. Mehr als zehn von ihnen haben bereits mit einer Stammzellspende Lebenschancen geschenkt. In den nächsten Wochen besucht wieder ein Team der Stammzellspenderdatei die Schule, um über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aufzuklären. Einer, der bereits gespendet hat ist der 18-jährige Stefan Schares aus Malborn. Kurz vor den Abiturpüfungen wurde er zum Lebensretter. 

Jedes Jahr erkranken rund 11 000 Menschen an einer bösartigen Blutkrankheit wie Leukämie, häufig noch im Kindesalter. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen ist die Transplantation gesunder Stammzellen von einem fremden Spender die letzte Chance auf Weiterleben. Diese Chance gibt es aber nur, wenn junge Menschen bereit sind, sich als Stammzellspender zu registrieren. Dafür wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld bereits seit mehr als 30 Jahren, gemeinsam mit Schulen, Universitäten, Unternehmen und Vereinen. 

Beim Typisierungsaufruf 2017 am Gymnasium hat auch Stefan Schares eine Speichelprobe abgegeben, um sich zu registrieren. „Für den Fall, dass ein Patient eine Transplantation braucht und ich ihm helfen kann“, erzählt er. Zwischen Schulalltag, Zukunftsplanung und den Proben mit der Schul-Big Band, wo er Altsaxofon spielt, kam die Nachricht der Spenderdatei, dass er gebraucht wird: „Das kam total unerwartet. Klar habe ich mich für diesen Fall registriert, aber andere sind schon ewig typisiert und bei mir hat es keine zwei Jahre gedauert.“

Für den Mathe-, Englisch- und Erdkunde-Leistungskursler beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt: In den nächsten Wochen stellt er sich den Abiturprüfungen. Danach möchte er Digital Business Management an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, in Mannheim studieren. „Es war bestimmt eine kleine Herausforderung für meine Spenderbetreuerin bei der Stiftung, einen Termin für die Spende zu finden, der in den Behandlungsplan ‚meines‘ Patienten passt und an dem ich keine Kursarbeit schreibe. Aber meine Lehrer und die Schulleitung haben mich unterstützt, das hat die Organisation erleichtert,“ erzählt der 18-Jährige. 

Stammzellen kann man auf zwei Arten spenden: mittels der klassischen Knochenmarkentnahme, bei der die Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen werden. In den allermeisten Fällen werden die Stammzellen mit Hilfe der sogenannten Apherese entnommen. Das funktioniert ähnlich wie eine Blutplasmaspende. So hat auch Stefan Schares gespendet. In den Tagen vor dem Termin musste er sich einen Botenstoff verabreichen, der die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht. Kurz vor der Spende hat er sich wegen seiner Erkältung Sorgen gemacht, ob er spenden kann: „Ich habe mit der Ärztin der Datei telefoniert und wurde am Tag vor dem Termin dann nochmal im Krankenhaus untersucht, ob ich spenden kann. Wäre blöd gewesen, wenn es nicht geklappt hätte, denn der Patient ist auf meine Spende angewiesen…“ Jetzt hofft er, dass der Empfänger bald wieder ein normales Leben führen kann. 

Der Abiturient weiß, Leukämie kann jeden treffen. Er findet es gut, dass sich seine Schule für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke einsetzt: „Ich weiß nicht, ob ich typisiert wäre, wenn es den Aufruf an meiner Schule nicht gegeben hätte. Ich finde es wichtig, dass sich Schulen, Firmen und Vereine für die Typisierung stark machen. Leute, lasst euch typisieren! So kann man Leben retten.“ 

Mehr erfährt man unter www.stefan-morsch-stiftung.de

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ leistet sie schnelle und persönliche Hilfe für Krebskranke und ihre Familien. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oft reicht die Behandlung mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung aber nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass einem todkranken Patienten das Leben gerettet werden kann.

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