Am Mittwoch, den 23.09.2026, beschäftigten sich interessierte Schülerinnen und Schüler der MSS mit einer Frage, die Leben retten kann: Werde ich Organspenderin bzw. Organspender? Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz war im Rahmen ihrer Schultour am Gymnasium Hermeskeil zu Gast und vermittelte in 90 Minuten fundiertes Wissen zu einem komplexen Thema – und regte die Jugendlichen an, eine eigene Entscheidung zu treffen und zu dokumentieren.
Authentische Einblicke statt trockener Theorie
Den Einstieg bildete ein Film mit dem Wissenschaftsjournalisten Mirko Drotschmann (MrWissen2go), der die wichtigsten Fakten zur Organspende erklärte. Der anschließende Filmbeitrag über eine Mainzer Familie, deren Sohn mit 13 Jahren zum Organspender wurde, ließ die Angehörige von Organspendern zu Wort kommen. Besonders bewegend wurde es, als Gerhard Sauer von seinem Leben mit einem gespendeten Organ erzählte. Seit über 10 Jahren lebt er mit einer neuen Leber und schilderte offen, wie sich das anfühlt und was die Transplantation verändert hat – im Alltag, in der Freizeit, im Blick auf das Leben.
Fachliche Expertise lieferte Rolland Weiszenbacher als Transplantationsbeauftragter des Brüderkrankenhauses Trier. Er erklärte den Ablauf einer Organspende und informierte über das neue Organspende-Register, in dem sich jeder ab 16 Jahren registrieren lassen kann.
Raum für schwierige Fragen
Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, nachzufragen: In der offenen Diskussion konnten Bedenken geäußert und verschiedene Standpunkte ausgetauscht werden.
Wichtig ist die Entscheidung – egal, wie sie ausfällt, lautete die zentrale Botschaft der Veranstaltung. Denn bereits ab 14 Jahren können Jugendliche einer Organspende widersprechen, ab 16 Jahren auch zustimmen. Mit Informationsmaterial und Organspendeausweisen ausgestattet, verließen die Schülerinnen und Schüler die Veranstaltung – und können nun in der Familie oder mit Freunden weiter über dieses wichtige Thema sprechen.
Initiative Organspende Rheinland-Pfalz
Das Bündnis verschiedener Partner aus dem Bereich Gesundheit und Selbsthilfe setzt sich unter Federführung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) für aktive, professionelle und ergebnisoffene Aufklärung zum Thema Organspende ein. Gefördert wird die Initiative durch die gesetzlichen Krankenkassen in Rheinland-Pfalz sowie durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit Rheinland-Pfalz, das auch die jährliche Schultour unterstützt.
Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation ist die bundesweite Koordinierungsstelle für postmortale Organspenden. Sie organisiert die verschiedenen Schritte des Organspendeablaufs und stimmt sie aufeinander ab – von der Mitteilung eines möglichen Spenders im Krankenhaus über medizinische Untersuchungen bis hin zur Organisation von Organentnahme und -transport. Die DSO vernetzt die beteiligten Akteure und sorgt dafür, dass Organspenden flächendeckend möglich sind.
